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Rückholungsplanung

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Dies soll nach Rückholung der radioaktiven Abfälle geschehen, sofern dies radiologisch verantwortbar und bergsicherheitlich möglich ist. Oberstes Ziel bei der Stilllegung der Asse ist die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt. Das BfS muss als Betreiber der Asse den Nachweis führen, dass bei der gewählten Stilllegungsoption auch langfristig keine Gefahr für Mensch und Umwelt in der Region besteht. Dies ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand nur durch eine Rückholung der Abfälle aus der Schachtanlage Asse II zu erreichen.

Video: Bohrvorgang

Um für die Rückholung mehr über den Zustand der Abfälle und Einlagerungskammern zu erfahren, soll die Einlagerungskammer 7 in 750 Meter Tiefe direkt durch das etwa 20 Meter dicke Verschlussbauwerk angebohrt werden.

Faktenerhebung Quelle: BfS

Video: Faktenerhebung

Um die Rückholung der radioaktiven Abfälle planen zu können, müssen ausreichende Daten über die Atmosphäre und den bergbaulichen Zustand der Einlagerungskammern vorliegen.

Video: Vorbereitung der Probephase

In 750 Meter Tiefe findet bei zwei Einlagerungskammern eine sogenannte Faktenerhebung statt. Hier finden sich radioaktive Abfälle in verschiedenen Einlagerungszuständen. Im Herbst 2010 begannen die Baumaßnahmen für die Bohrung in die Einlagerungskammer 7.

Vorbereitungen für eine Erkundungsbohrung in der Nähe der Schachtanlage Asse II. Quelle: BfS

Video: Schacht 5

Mit dem zusätzlichen Schacht können die Bergleute im Notfall schneller evakuiert werden und mehr Frischluft ist verfügbar. So können mehr Menschen und Maschinen gleichzeitig unter Tage arbeiten. Durch die höhere Förderkapazität des neuen Schachtes kann zudem die Bergung der Abfälle beschleunigt werden.

Video: Asse-Zwischenlager

Werden die Abfälle aus dem Bergwerk geborgen, müssen sie bis zu ihrer Endlagerung sicher zwischengelagert werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz, kurz BfS, ist als Betreiber der Anlage gesetzlich dazu verpflichtet, für diese Zwischenlagerung zu sorgen. Ohne ein genehmigtes und betriebsbereites Zwischenlager kann die Rückholung nicht beginnen.

Video: Studien zur Strahlenbelastung durch ein Asse-Zwischenlager

Gemäß den Anforderungen des Strahlenschutzes und den Verpflichtungen des Betreibers für die Sicherheit des Betriebspersonals ist die Zwischenlagerung der zu bergenden radioaktiven Abfälle nahe der Asse geboten, sofern dort ein geeigneter Standort zur Verfügung steht. Dies ergibt sich aus Studien zu möglichen Strahlenbelastungen, die das BfS vorgelegt hat. Die Studien sind auf Wunsch der Asse-Begleitgruppe erstellt worden.

Übergangsweiser Verbleib der Fachaufgaben der BGE mbH im BfS

Am 30. Juli 2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, für die operativen Aufgaben der Standortsuche, der Errichtung und des Betriebs der Endlager sowie der Schachtanlage Asse II und des Bergwerks Gorleben eine staatseigene Gesellschaft zu gründen, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH). Diese soll die Betreiberaufgaben des BfS sowie die Aufgaben der Asse-GmbH und der DBE mbH konzentrieren.

Die BGE mbH befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Nach Sicherstellung der Handlungsfähigkeit sollen die entsprechenden Aufgaben vom BfS auf die BGE mbH übertragen werden. Bis zur Aufgabenübertragung auf die BGE GmbH bleibt das BfS für diese Aufgaben zuständig.

© Bundesamt für Strahlenschutz