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Was passiert in der Asse?

Arbeiten für eine sichere Stilllegung

Management der Zutrittswässer

Rund 12.500 Liter salzhaltiges Grundwasser werden täglich in der Schachtanlage Asse II aufgefangen. Damit nur unbedenkliche Zutrittswässer entsorgt oder industriell weiterverarbeitet werden, werden die Sammelstellen und Becken auf der 658-Meter-Sohle und der 490-Meter-Sohle abgedeckt und mit Frischluft versorgt, um die Aufnahme von Tritium durch die Grubenluft so gering wie möglich zu halten.

Vor der Abgabe werden die Zutrittswässer freigemessen. Zutrittswässer, die unterhalb der 658-Meter-Sohle aufgefangen werden, verbleiben im Bergwerk.

Eintrittsstelle der Zutrittswässer

Die Grafik zeigt, wo die Zutrittswässer in das Grubengebäude eindringen. Eintrittsstelle der ZutrittswässerEintrittsstelle der Zutrittswässer

Im Tiefenbereich zwischen 500 und 575 Meter dringen aus dem Nebengebirge Zutrittswässer in den Salzstock ein und treten in das Grubengebäude über. Der Großteil der Zutrittswässer wird auf der 658-Meter-Sohle aufgefangen (zirka 11,5 Kubikmeter am Tag). Weitere Auffangstellen befinden sich auf der 725-Meter-Sohle (zirka 0,8 Kubikmeter pro Tag) und auf der 750-Meter-Sohle (zirka 20 Liter pro Tag). Nicht mit den Zutrittswässern zu verwechseln sind kontaminierte Laugen auf der 750-Meter-Sohle. Sie stammen nicht aus den Zutrittswässern, sondern aus der Zeit der Einlagerung der radioaktiven Abfälle.

Verfahren seit Januar 2009

Der ehemalige Betreiber der Asse, das Helmholtz Zentrum München (HMGU), brachte die aufgefangenen Zutrittswässer nicht sofort über Tage, sondern sammelte sie zunächst in einem Zwischenspeicher. Dabei wurden die auf den unterschiedlichen Sohlen aufgefangenen Zutrittswässer miteinander vermischt. Bis zum Abtransport blieben die Wässer relativ lange unter Tage. In dieser Zeit nahmen sie den radioaktiven Stoff Tritium aus der Grubenluft auf.

Das BfS hat untersucht, wieviel Tritium am Tag aus der Grubenluft in die Zutrittswässer gelangt. Die Ergebnisse der Messungen zeigten, dass die Wässer täglich etwa 4 Becquerel pro Liter aufnehmen, wenn sie nicht von der Grubenluft isoliert werden. Je länger die Wässer in der Schachtanlage verbleiben, desto höher ist also ihre Tritiumkonzentration. Werden sie möglichst schnell abgedeckt bzw. mit frischer Luft versorgt und nach über Tage gebracht, lässt sich ihre Tritiumkonzentration verringern.

Nach dem Betreiberwechsel wurde ein neues Verfahren für das Management der Zutrittswässer eingeführt, mit dem die Aufnahme von Tritium aus der Grubenluft deutlich verringert werden konnte:

Die Grafik zeigt das Verfahren zum Laugenmanagement des Bundesamtes für Strahlenschutz Neues Verfahren Zutrittswässer ab Januar 2009Verfahren ab Januar 2009

  • Die auf der 658-Meter-Sohle aufgefangenen Wässer werden in abgedeckten Auffangstellen und Becken gesammelt und in den abgedeckten Zwischenspeicher auf der 490-Meter-Sohle gepumpt. Sie werden strikt von allen anderen Flüssigkeiten im Bergwerk getrennt.
  • Die Bereiche auf der 490-Meter-Sohle und der 658-Meter-Sohle, in dem die Wässer zwischengespeichert und abgedeckt werden, werden mit Frischluft von über Tage versorgt (Frischwetter). Hierdurch gelangt deutlich weniger Tritium in die Zutrittswässer.
  • Die Zutrittswässer werden einmal monatlich aus der Schachtanlage Asse II gebracht.
  • Die Zutrittswässer, die auf der 725-Meter- und der 750-Meter-Sohle aufgefangen werden, werden nicht mit anderen Wässern vermischt. Sie verbleiben in der Schachtanlage und werden intern zur Herstellung von Sorelbeton verwendet.

Mit dem alten Laugenmanagement wurden Tritiumwerte um 200 Bq/l erreicht, mit dem neuen sind es Werte um 40 Bq/l. Die Obergrenze für die Freigabe der Zutrittswässer am Standort Asse liegt bei 140.000 Bq/l Vergleich der gemessenen Tritiumaktivität mit den FreigabenwertenVergleich der gemessenen Tritiumaktivität mit den Freigabewerten

Strahlenschutz

Das BfS hat sich zum Ziel gesetzt, den Wert von 40 Becquerel pro Liter nicht zu überschreiten. Dieser liegt deutlich unterhalb der Tritiumkonzentration, die nach der deutschen Trinkwasserverordnung maximal zulässig ist (100 Becquerel pro Liter). Mit dem Lösungsmanagement des ehemaligen Betreibers lagen die Werte in der Regel im Bereich von zirka 200 Becquerel pro Liter.

Das Schaubild vergleicht den gültigen Freigabewert mit der reduzierten Tritiumbelastung, die mit dem neuen Management der Zutrittswässer erreicht werden kann.

Stand: 27.02.2017

Übergangsweiser Verbleib der Fachaufgaben der BGE mbH im BfS

Am 30. Juli 2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, für die operativen Aufgaben der Standortsuche, der Errichtung und des Betriebs der Endlager sowie der Schachtanlage Asse II und des Bergwerks Gorleben eine staatseigene Gesellschaft zu gründen, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH). Diese soll die Betreiberaufgaben des BfS sowie die Aufgaben der Asse-GmbH und der DBE mbH konzentrieren.

Die BGE mbH befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Nach Sicherstellung der Handlungsfähigkeit sollen die entsprechenden Aufgaben vom BfS auf die BGE mbH übertragen werden. Bis zur Aufgabenübertragung auf die BGE GmbH bleibt das BfS für diese Aufgaben zuständig.

© Bundesamt für Strahlenschutz