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Was passiert in der Asse?

Arbeiten für eine sichere Stilllegung

Stabilisierungsmaßnahmen

Wegen der gebirgsmechanischen Rahmenbedingungen und zur Vorsorge gegen verstärkte Lösungszutritte, die im Extremfall nicht mehr beherrschbar sein könnten, werden auf der Schachtanlage Asse II umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Durch diese Maßnahmen soll erreicht werden, dass

  • sich die Verformungen des Grubengebäudes verringern und
  • dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass Lösungen verstärkt in die Schachtanlage zutreten, reduziert wird.

Der derzeit wissenschaftlich belastbare Zeitraum, für den die Resttragfähigkeit der Schachtanlage Asse prognostiziert werden kann, erstreckt sich bis zum Jahr 2020.

Durch Stabilisierungsmaßnahmen soll das Risiko reduziert werden, dass eine ordnungsgemäße Stilllegung der Asse nicht mehr möglich ist. Zu den Stabilisierungsmaßnahmen gehören die sogenannte Firstspaltverfüllung sowie weitere Maßnahmen, bei denen nicht mehr benötigte Hohlräume (Blindschächte, Strecken, usw.) in der Schachtanlage mit Spezialbeton verfüllt werden.

Firstspaltverfüllung

Die Hohlräume in den ehemaligen Abbaukammern der Südflanke wurden bereits früher mit losem Steinsalzmaterial aufgefüllt. Dieses hat sich mittlerweile gesetzt, so dass an den Decken der Abbaue neue Hohlräume entstanden sind, die sogenannten Firstspalte. Diese werden nun nach und nach mit Sorelbeton aufgefüllt. Dadurch soll die Verformungsrate des Grubengebäudes reduziert werden. Ziel ist es, das Risiko eines verstärkten Wasserzutritts zu verringern.

Stand der Verfüllung der Firstspalte und der Blindschächte (Stand: Juli 2016) Stand der Verfüllung der Firstspalte und der Blindschächte (Juli 2016)Stand der Verfüllung der Firstspalte und der Blindschächte (Juli 2016)

Im Dezember 2009 wurde in Abbaukammer 6 auf der 532-Meter-Sohle mit der Firstspaltverfüllung begonnen. Zuvor wurde die oberhalb des Abbaus gelegene Begleitstrecke auf der 511-Meter-Sohle verbreitert, um eine mobile Baustoffanlage zu platzieren. In der Baustoffanlage wird das oberirdisch aufbereitete Salzmaterial (Steinsalz und das Bindemittel Magnesiumoxid) mit der Anmachflüssigkeit (Magnesiumchloridlösung) angemischt und über Rohrleitungen in die vorbereitete Abbaukammer gepumpt.

Insgesamt sollen die Firstspalte von etwa 90 Abbauen mit Sorelbeton verfüllt werden. Dieser Prozess ist aufwendig, da zahlreiche Vor- und Begleitarbeiten erforderlich sind, z. B. müssen die Zugänge zu den Abbauen dicht verschlossen werden und es müssen Befüll und Kontrollbohrungen erstellt werden. Das Salz für den Sorelbeton stammt aus dem Salzbergwerk Grasleben bei Helmstedt. Das Salz und weitere Baustoffe, beispielsweise Magnesiumoxid, werden per Bahn und LKW angeliefert.

Hohlraumverfüllung

  • Im Hinblick auf die geplante Rückholung müssen die bergbaulichen Randbedingungen der Schachtanlage verbessert werden.
  • Eine wesentliche Maßnahme ist dabei die Reduzierung von nicht mehr benötigten Hohlräumen durch stabilisierenden Ausbau mit Spezialbeton.

Um das Bergwerk zu sichern und zu stabilisieren, werden Schritt für Schritt Hohlräume in den tieferen Ebenen und an der Südflanke der Schachtanlage Asse II mit Spezialbeton verfüllt. Dazu gehören Resthohlräume in vielen dicht beieinander liegenden Abbauen an der Südflanke, die mit porösem Salzgrus verfüllt sind und marode Strecken, in denen loses und brüchiges Gestein die Arbeitssicherheit beeinträchtigt.

Die Schäden entstanden durch die lange Offenhaltungszeit von zum Teil über 100 Jahren. Die Stabilisierungsmaßnahmen dienen unter anderem dazu, das Risiko zu mindern, dass die Schachtanlage absäuft.

Sicherheit und Notfallvorsorge

Als verantwortlicher Betreiber der Anlage ist das BfS gesetzlich verpflichtet, für den Notfall vorzusorgen. Experten können nicht ausschließen, dass die Anlage absäuft. Daher plant das BfS Maßnahmen, die die Auswirkungen eines unkontrollierten Wasserzutritts so gering wie möglich halten. Verfüllte Hohlräume im Umfeld der Einlagerungskammern sichern diese wie in einem Topf. Das bewirkt, dass sich im Notfall radioaktive Stoffe nur langsam ausbreiten können.

Die Schadensvorsorge und die Sicherung des Bergwerkes werden auch von der zuständigen Fachaufsicht gefordert. Über die Notwendigkeit der Notfallplanung verständigten sich zudem Experten verschiedener Institutionen auf einem Fachworkshop, den das BfS im Jahr 2012 organisiert hatte.

Maßnahmen in 750 und 725 Metern Tiefe

Stabilisierungsarbeiten mit Spezialbeton StabilisierungStabilisierungsarbeiten mit Spezialbeton

In Übereinstimmung mit dem Bundesumweltministerium hat das BfS 2013 begonnen, erste Hohlräume auf der 750 Meter Ebene zu verfüllen. Angefangen wurde mit Streckenbereichen vor den Einlagerungskammern 10 und 12 sowie an Verbindungswegen zwischen den Ebenen, den Blindschächten. Es folgten weitere Arbeiten am Zugang zu Schacht 2.

Im Februar 2016 starteten die Vorbereitungen von so genannten geotechnischen Dammbauwerken. Sie sind aufwändig in der Herstellung und von besonderer Bedeutung für den Notfall. Sie bewirken, dass sich radioaktive Stoffe nur langsam ausbreiten können. Sobald die Maßnahmen in 750 Meter Tiefe abgeschlossen sind, folgen entsprechende Arbeiten auf der 725 Meter Ebene. Ziel ist es, die erforderlichen Maßnahmen zur Notfallplanung möglichst bald abzuschließen.

Baustein Richtung Rückholung

Die Maßnahmen bilden unter anderem eine Voraussetzung für die Rückholung. Sie mindern die Schädigungsprozesse im Bergwerk und sorgen langfristig für die Sicherheit der Anlage. Die Stabilisierung ermöglicht, dass Zugangsstrecken gebaut werden können, die für die Rückholung benötigt werden. Zudem sind für den Bau von Schleusensystemen möglichst stabile Gebirgsbereiche erforderlich.

Stand: 22.08.2016

Übergangsweiser Verbleib der Fachaufgaben der BGE mbH im BfS

Am 30. Juli 2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, für die operativen Aufgaben der Standortsuche, der Errichtung und des Betriebs der Endlager sowie der Schachtanlage Asse II und des Bergwerks Gorleben eine staatseigene Gesellschaft zu gründen, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH). Diese soll die Betreiberaufgaben des BfS sowie die Aufgaben der Asse-GmbH und der DBE mbH konzentrieren.

Die BGE mbH befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Nach Sicherstellung der Handlungsfähigkeit sollen die entsprechenden Aufgaben vom BfS auf die BGE mbH übertragen werden. Bis zur Aufgabenübertragung auf die BGE GmbH bleibt das BfS für diese Aufgaben zuständig.

© Bundesamt für Strahlenschutz